Friedemann Schulz von Thun hat zu Zeiten das Modell des „Inneren Teams“ entwickelt und hergeleitet.
Was im Kern nichts anderes besagt, als dass Menschen in sich verschiedene Persönlichkeitsanteile tragen, die im Zusammenklang miteinander, durchaus aber auch in Reibung zueinander Prägungen, Erfahrungen, Ausrichtungen, in sich tragen, die, jede fürsih, eine Art eigene „Weisheit“ oder „Weltsicht entwickelt.
Sei es das „innere Kind“ mit jenen Anteilen, die aus der Kindheit geprägt wurden und stark die Beziehungsform zu den Eltern und zur eigenen Herkunftsfamilie spiegeln. So gut wie „unverändert“ für tiefe Automatismen und Emotionen und Verhaltensweisen sorgen.
Oder das „innere Tier“, die biologische, „animalische“ Seite des Menschen, die nicht selten für rein emotionale, bedürfnisorientierte Handlungen sorgen.
Oder der innere „Antreiber“, auch aus Kindheit und Jugend stammend, der zu bestimmen Zielen und Zuständen ständig „antreibt“.
Wie der eigene innere „Erwachsene“ als die Person, die man aktuell im Leben gerade ist, wenn man das gesamte innere in Ruhe betrachten kann.
Bis hin zu inneren „Eltern“, deren Normen, Werte, Vorlieben und Abneigungen meist unbewusst übernommen wurden.
Was Karen Zoller komprimiert, aber sehr verständlich zu Beginn ihrer Darlegungen beschreibt. Und dabei, für ihr Anliegen der praktischen Nutzung essenziell, untereilt in „Stammspieler“ (besonders typische Anteile, die in vielen Lebensmomenten das eigene Handeln und Verhalten beeinflussen).
„Gegenspieler“, Ergänzungen zu andren, vor allem „Stammspieler- „Anteilen.
„Außenseiter“ als „randständige Anteile“, die in den Vordergrund vor allem dann treten, wenn die Balance zwischen Stamm- und Gegenspieler empfindlich gestört ist.
Oder „Frühmelder und Spätmelder“, die zuständig für das Auftreten der „Spieler“ sind. Wenn Korrektur zu spät erfolgt. Oder brenzlige Momente nicht früh genug erkannt werden. Oder zu früh auf „Gefahr“ geschaltet wird und somit möglicherweise wichtige Erfahrungen ohne Not gemieden werden.
Mitsamt dem Blick auf „verletzte Anteile“ und ihre „Wächter“, vielleicht der zentrale Teil für das reale Leben in diesem Modell, denn Traum, emotionale Verletzungen, tiefsitzende Ängste, die Schmerz, Trauer, Wut und Ärger umgehend bei entsprechenden „Triggern“ auslösen Kosten erhebliche Lebensqualität und sorgen für eine Ohnmacht vielem gegenüber, die nicht guttut.
Wenn eben die „Wächter“ genau diese existentiellen Bereiche soweit zurückdrängen und abschirmen, dass in diesen Bereichen keine innere Entwicklung mehr möglich wird.
Wie nun überhaupt das eigene, innere Team entdeckt und möglichst konkret „“gesehen“ und empfunden werden kann. Wie man seine Persönlichkeit und sein Verhalten vertiefen, aber auch „aktualisieren“ kann, um alte „Narben“ nicht dauerhaft als „Verhinderer neuer und wichtiger Erfahrungen“ uneingeschränkt wirken zu lassen.
Aie man mit seinem „inneren Team“ in einen konstruktiven und kreativen Fluss kommt, Lösungen für reale Momente und Herausforderungen des Lebens findet und wie man das eigene „Team“ auch zur Bearbeitung „eherner interner Glaubenssätze“ (und damit auch nicht selten Verhärtungen des eigenen Denkens und Empfindens stark in sich trägt), all das legt Zoller sachgerecht, fundiert und überzeugend Schritt für Schritt vor Augen.
So dass man am Ende der Lektüre einen differenzierten Blick auf sich selbst erhält.
Der nun nicht „einfach so“ alles in „Balance und Ordnung bringt, aber den Weg weist, wo es haken könnte und wie mit professioneller Begleitung eine innere Befriedung umgesetzt und für die Herausforderungen des Lebens dann immer verfeinerter genutzt werden kann,
Rezensent: Michael Lehmann-Pape
Autor: Zoller, K.
Titel: Beratung und Coaching mit dem inneren Team
Verlag: Klett-Cotta 2026
ISBN: 9783608893410
M.Lehmann-Pape 2026


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