Harari "Was Du wissen musst um die Welt zu retten" dtv 2026

Yuval Noah Harari – Was Du wissen musst, um die Welt zu retten

Harari "Was Du wissen musst um die Welt zu retten" dtv 2026

Yuval Noah Harari – Was Du wissen musst, um die Welt zu retten

Fit für die nächste „auslöschende“ Bedrohung?

Vorweggesagt, man wünscht sich Hararis schmales Buch in Gottes Ohr.

Denn, seien wir ehrlich, nichts deutet aktuell darauf hin, dass auch nur eine der existenziellen Gefahren der Menschheit mit aller Kraft angegangen wird.

Im Gegenteil.

Wo sich materielle Interessen, und seien es auch nur die weniger, und Opferbereitschaft für das „große Ganze“ treffen, da hat es das „große Ganze“ schwer.

Immer schon.

Doch in der Gegenwart sind es nicht regionale Katastrophen oder Kämpfe oder Kriege oder Unterdrückungen, gegen die die breite Menge an Menschen ohnmächtig und machtlos meist steht, heutzutage werden globale Gefahren „erzeugt“.

Vor allem durch den technischen Fortschritt.

Der, wie so vieles andre aktuell Menschliche ungebremst und in rasendem und sich potenzierendem Tempo selbst den Verstand noch überrollt.

In ruhigem Ton. Zugewandt und. Doch sachlich, ebenso sachkundig und fundiert, führt Harari junge Menschen (das Buch ist ab dem 10. Lebensjahr ausgewiesen), in die Geschichte des menschlichen Fortschritts.

Nicht als „Unheilsprophet“, sondern als kritischer und differenzierter Denker und Erklärer.

Von den Entdeckern ferner Zeiten, der Kartographier der Welt, den Fehlannahmen so mancher „Eroberer des Unbekannten“ (wie Kolumbus), dem ständigen Reiben der Neugier gegenüber der „Macht“ (Kopernikus und Galileo) bis hin zum medizinischen Fortschritt (der in weiten Teilen ein Segen war, aber auch die Gefahren immer in sich trug (man denke an Contergan (mit Folgen genetischer Defekte) oder Valium (das süchtig macht, wie man später feststellte).

Bis hin (und weiter) zur größten Gefahr für die Menschheit, den Menschen selbst. In Form imperialer Kriege, später auch zwischen Weltmächten. Kriege, die immer auch ein Brennglas hoher Erfindungs- und Entwicklungsgeschwindigkeit technisch waren und in Folge derer die kleinsten Teile des Universums Massenvernichtungswaffen wurden (Atombomben).

Allein diese „Erfindungsgeschichten“ der Menschheit lohnen das Lesen (auch im höheren Alter!) sehr. Denn nicht nur werden einzelne Erfindungen, Fortschritte, wagemutige Menschen vor Augen geführt, sondern auch die grundlegende, unstillbare Neugier des Menschen mitsamt seiner Suche nach Geltung, Macht und Kontrolle.

Aber: „Um die Welt als lebenswerten Ort zu bewahren, reicht es …. nicht, neues Wissen …. zu sammeln. Wir müssen auch herausfinden, warum Menschen das Wissen manchmal missbrauchen, um schreckliche Dinge zu tun“.

Erwachsene der heutigen Zeit ahnen, was eine der stärksten Triebfedern ist. Denn das „vorne sein“, „reich und mächtig werden und bleiben“ und zuallererst nur „an sich selbst“ zu denken, wird ja täglich auf der großen Bühne der Technik, Wirtschaft und Politik vor Augen geführt.

Mit Hoffnung, die Harari klar benennt. Die größte Hoffnung der Menschheit ist: Der Mensch.

Jene Menschen, die ebenso intensiv nach Lösungen suchen, wie alle Menschen etwas mehr von von allem haben können.

Am Ende, und das ist wohl tatsächlich das Kernproblem unserer Zeit, was weitgehend ungebremst mit höchster Geschwindigkeit (noch) hinterherrast, bald aber vielleicht überholt.

Also, liest man Harari in den letzten Kapiteln, dann besteht die größte Hoffnung durch Menschen eben auch nur noch, solange, solange es Menschen sind, die die Erfindungen nach vorne bringen und kontrollieren. 

Was für eine KI oder AI oder „Superintelligenz“ nicht mehr gelten könnten.

Ein wichtiges Buch. Und einfach gut. Und ebenso gut, dass es sich im Kern an Kinder richtet. Die morgen Erfinder sein werden. Und die Welt formen werden. Auf dass „Werkzeuge“ nicht einen Platz einnehmen, der seit Menschengedenken der von Menschen immer war.

Rezensent: Michael Lehmann-Pape
Autor: Harari, Y.
Titel:  Was Du wissen musst, um die Welt zu retten
Verlag: dtv 2026
ISBN: 9783423766463

M.Lehmann-Pape 2026


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