Ildefonso Falcones "Das Monument der Hoffnung" C:Bertelsmann Verlag

Ildefonso Falcones – Das Monument der Hoffnung

Ildefonso Falcones "Das Monument der Hoffnung" C:Bertelsmann Verlag

Ildefonso Falcones – Das Monument der Hoffnung

Die Gefolgschaft siegt, wie es im Ildefonso Falcones Historienroman deutlich wird, weil Loyalität eine treibende Kraft ist.

„Gefolgschaft siegt“ ist der Schlachtruf derer von Aragonien.
Eine handverlesene Schar dringt während der Belagerung Neapels durch einen der vielen Tunnel in das Innere der Stadt ein. Aber, wie es damals jede Kriegsführung erschwerte, Nachrichten kommen nicht immer umgehend, manchmal gar nicht, Missverständnisse beeinflussen das Geschehen des Kampfes.

Es wogt hin und her und her, aber der getraue und loyale Arnau, Graf von Navarcles und General unter König Alfons von Aragonien behält immer Ruhe und klaren Kopf.

Während Leser und Leserinnen von der ersten Seite an umgehend im Geschehen sich wiederfinden zwischen sirrenden Pfeilen und klirrendem Metall der Schwerter.

Doch so mutig, strategisch, klug und tapfer Arnau auch im Kampf ist, in den Machtkämpfen im Großen und Kleinen des 15. Jahrhunderts, in dem Falcones sein neuestes Werk ansiedelt, gilt es, nicht nur mit der Waffe in der Hand seinen Mann zu stehen, sondern auch Intrigen und Feindschaften außerhalb des Kampfes zu erkennen und seine Schlüsse daraus zu ziehen.

Ein Roman mit vertrauten Personen für jene, die die beiden Vorgängerbände gelesen haben und mit den inneren Verhältnissen der Familie Estanyol bereits vertraut sind.

Allen voran die tiefe Feindschaft zwischen Arnau und seinem Habbruder Gaspar. Der alles daran setzt, Arnau zu Fall, am besten aus diesem heraus in die nächste Wel hineinzubringen.

Doch Arnau hat enge Verbindungen. Ist hoch angesehen beim König. Und doch verwundbar. Denn wenn einem Menschen wichtig sind, aber nicht jederzeit ja eingesperrt oder heimlich untergebracht werden können, sind diese eine Art „Einfallstor“ hinterrücks, um Gefahren zu erzeugen.

„Adelswürde und Titel, sind diese Dinge etwa wichtiger als die Liebe eines Vaters“, wird es später zum Ende hin bitter ausgesprochen werden.

So dass die Lektüre eine „gewohnte“ bei Falcones ergibt. Familiäre Irrungen und Wirrungen, unverhoffte Wendungen und lange Zeiten, in denen in der Nähe, aber auch aus der Distanz um die Oberhand gerungen wird.

Atmosphärisch bestens eingebettet in eine lebendige Welt des ausgehenden Mittelalters, die Falcones bildkräftig und mit Liebe zum Detail fassbar in den Raum der Seiten setzt.
Wie auch Kämpfe, Scharmützel, Strategien in diesem Viel-Fürstentümer-Gerangel nicht zu kurz kommen.

Mit allerdings auch einer gewissen Breite erzählt und, an manchen Stellen, sprachlich etwas harmlos, beiläufig umgesetzt.

Wie immer aber gut zu lesen, unterhaltsam und mit viel Raum für die weiblichen Protagonisten, an denen Falcones die Rolle der Frauen, aber auch ihren nicht-öffentlichen Einfluss ins Licht rückt.

Rezensent: Michael Lehmann-Pape
Autor: Falcones, I.
Titel: Das Monument der Hoffnung
Verlag: C.Bertelsmann 2026
ISBN: 9783570106082


M.Lehmann-Pape 20206


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