
Jill Pore – Die Regierung der Maschinen
Nicht nur Warnung, sondern auch Impulse gegen eine „künstliche Regierung“
Aktuell ist es in aller Munde.
Weil sich die Situation zuzuspitzen scheint.
Bei der Entwicklung all der KI-Agenten in Konkurrenz zueinander machen sich manche der KI´s ja jetzt schon bereits erfolgreich Selbständigkeit“.
Diese brandaktuellen Diskussionen hat Jill Pore natürlich nicht bei der Verfassung ihres Werkes schon im Hinterkopf gehabt und damit auch nicht, wie schnell sich ihre Hinweise im Werk bereits in der Realität wiederfinden.
Und doch, gerade dieser Fakt sichert noch zusätzlich die Kompetenz der Autorin und ihrer Inhalte ab, denn am Ende ist dies genau das, was sie als Gefahr heraufziehen sieht und in politischer Hinsicht warnend durchdekliniert.
Mit in guter Weise vorliegenden, gar nicht mal so wenigen, Möglichkeiten, möglichst schnell und entschlossen „Riegel“ vorzulegen.
Im Übrigen, auch in andere Richtung, die gar nicht so explizit Thema im Werk ist, muss bei der Lektüre mitgedacht werden. Im Blick auf die „KI-Elite“, die „Tech-Mogule“, die eng am “Tisch des Präsidenten der USA“ und ebenso eng hinter den Kulissen in anderen technischen Kulturen bereits „am Nabel der Macht“ sitzen.
Und dort nicht ein wenig Plaudern, sondern handfest Macht ausüben. Autokratische, elitäre, nicht überprüfbare und nicht durch Regeln und Gesetzte gerahmte Macht.
All das ist nicht von der Hand zu weisen und eine Entwicklung in rasender Geschwindigkeit, die den Rest der Menschheit, die politische Leitung von Staaten und politische Systeme wie Demokratien Schritt für Schritt entmündigen. Es zumindest mit aller Macht und allen materiellen Ressourcen zielgerichtet versuchen.
So sollten möglichst viele Menschen dieses Werk in Ruhe lesen.
Sich in der rasenden Geschwindigkeit einer Gegenwart mit ebenso tiefen wie sich ebenso rasend steigernden Problemen und Krisen zumindest ein wenig Zeit nehmen, anhand der fundierten und überzeugend argumentierten Inhalte Lepores sich ein Bild machen von dem, wie die Welt „da oben“ mit Macht bereits geformt wird ohne Zustimmung des größten Teils der Menschheit, aber auf deren Kosten auf jeden Fall.
Was passiert, wenn Liberalität und demokratische Strukturen aufgegeben werden zugunsten einer „Regierung durch Maschinen“ und einer „Menschen-Ersetzung“ durch Künstliche Intelligenz (und dahinterstehende Einzelinteressen einer kleinen Schar von Menschen, die sich technisch und materiell jetzt schon so gut wie jedem Zugriff entzogen haben)?
Das kann man sehr genau und sehr verständlich verfasst in diesem Werk nachlesen.
Auch wenn eine Überschrift wie „Was wollen Roboter“ zunächst wie ein Thriller wirkt, die Inhalte sind nicht fabuliert, sondern beruhen auf soliden Recherchen und zugänglichem Wissen.
Das ist nicht Schicksal. Das ist nicht unausweichlich. Was künstlich hergestellt werden kann, kann auch demontiert werden durch die Hersteller (noch). Und wenn diese sich sträuben und politische Mächte ihnen jeden Rücken freihalten, dann braucht es politischen Widerstand gegen diese Interessensgruppen, die mit dem Leben aller spielen, weil nur der eigene Nutzen von Bedeutung ist.
Die Zeit läuft. Gegensteuern ist nur möglich, solange noch politischer Einfluss möglich ist.
Eine wichtige Lektüre.
Rezensent: Michael Lehmann-Pape
Autor: Pore, J.
Titel: Die Regierung der Maschinen
Verlag: C.H.Beck 2026
ISBN: 9783406849329
M.Lehmann-Pape 2026


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