Lee Child – Andrew Child – Der 8. Mann
Reacher im Team
Dieser neuer Jack Reacher ist ein wenig anders gelagert als das Gros der Reihe.
Und führt dabei in die Vergangenheit, als Jack Reacher noch aktiv als Militärpolizist im Dienst stand.
Wo er ausgewählt wird, einer Taskforce zugeordnet zu werden, die sich um Todesfälle einer Gruppe von Männern kümmern soll. Todesfälle, die nicht unbedingt direkt als Morde erkennbar sind (es könnten auch Unfälle oder Suizide sein). Die Häufung allerdings und die Zugehörigkeit der Toten zu einem Projekt der CIA, das bereits Jahrzehnte zurückliegt, schreckt allerdings zumindest einen Mann in hoher politischer Funktion nachhaltig auf.
Der Leser weiß im Übrigen von Beginn an mehr. Dass es um eine Liste mit sieben Namen geht. Auf denen, in den Augen jener, die sich die Gruppe nun in der Gegenwart „vornehmen“, ein wichtiger, der zentrale, Name fehlt.
All das ist den Ermittlern zunächst länger nicht ersichtlich. Und obwohl die Liste der Namen vorliegt und obwohl die Behörden nachhaltig versuchen, die noch lebenden Männer auf der Liste zu schützen, ist die Gegenseite einfach überlegen.
Hart, bestens ausgebildet und äußerst kreativ zieht sich der Faden weiterer Toter durch die Ermittlungen.
In deren Team schnell eines deutlich wird. Und das betrifft auch Reacher.
Jedes Mitglied des Teams ist, in den Augen der jeweiligen Behörden (FBI, CIA, Finanzministerium und eben Militärpolizei) zwar gut im jeweiligen Bereich, aber durch das ein oder andere Vorkommnis auf dem „absteigendem Ast“.
Gelingt eine Aufklärung, würde das als selbstverständlich zur Kenntnis genommen werden. Scheitert die Gruppe, ist es um die Teammitglieder nicht schade und man wäre an oberen Stellen bestens versorgt mit Sündenböcken.
Doch, wie immer in den Reacher-Thrillern, sowohl der führende Kopf hinter den Todesfällen als auch die ausführenden Personen unterschätzen vor allem Jack Reacher deutlich.
Vor allem, wenn der Mann anfängt, die Vorgänge äußerst persönlich zunehmen. Denn auch gegen das Team selbst wird es brutalen und harten Druck geben.
Dass Reacher dabei (ohne weitere Erklärung im Thriller) von jetzt auf gleich einem bis dato für ihn obskuren Mann im Team restlos vertraut, dass er nicht immer zwingend logische Lösungswege findet, dass verbleibt am Ende allerdings als kleiner Wehrmutstropfen nach der Lektüre.
Die ansonsten, wie gewohnt, klar und stringent den Fall vorantreibt, Reachers kompromisslose und auch körperlich harte Methoden spannend und actionreich in den Raum der Seiten stellt und am Ende noch mit einer finalen Wendung zu überzeugen weiß.
Auch wenn „geübte“ Reacher-Leser schon vor den endgültigen Enthüllungen doch wissen dürften, wie die Zusammenhänge sind und wer der eigentliche Täter sein wird.
Eines aber bleibt und wird sich bei Jack Reacher auch nicht ändern: “Reacher schwieg. Seiner Erfahrung nach war das Versprechen eines Politikers nicht fas Papier wert, auf dem es geschrieben stand“.
Ein wie immer guter „Reacher“, dem hier und da nur das I-Tüpfelchen zu den stärksten Bänden der Reihe fehlt,
Rezensent: Michael Lehmann-Pape
Autor: Child, L. und A.
Titel: Der 8. Mann
Verlag: Blanvalet 2026
ISBN: 9783764509712
M.Lehmann-Pape 2026
Schreibe einen Kommentar