Anthony Ryan – Flut aus schwarzem Stahl – Zeit des Zorns

Auftakt zu düsteren Bedrohungen und harten Kämpfen

Anthony Ryan – Flut aus schwarzem Stahl - Zeit des Zorns

Auftakt zu düsteren Bedrohungen und harten Kämpfen

Anthony Ryan hat bereits mehrere „Reihen“ an Fantasy- Stoffen verpasst, die allesamt einerseits erkennbar seine Handschrift tragen und doch genügend „Eigenleben“ jeweils generiert haben, um frische Ideen in die Lektüre je zu bringen.

Und auch sein Auftakt zu dieser neuen Reihe ist vielversprechend.
Gewohnt bildkräftig in den Fantasy-Strukturen der Gesellschaften, die er beschreibt, gut differenziert und mit Liebe zu seinen Figuren ausgestattet und spannend in dem doch „ewigen“ Kampf von Gut gegen Böse.
In dem immer wieder die Grenzen verschwimmen und Gefahren auch von „Innen“ drohen.

Es geht rau zu.
Und besitzt eine beklemmend-düster Atmosphäre, wenn Zeiten des Friedens und einer hunderte Jahre währenden Herrschaft mit klarem Rahmen durch einen brutalen, kompromisslosen und unter „Feuer“ stehenden mysteriösen Kult von außen bedroht werden.

Ohne das Motive wirklich klar werden, tauchen Leser und Leserinnen ein in eine Bedrängung, die blutig und brutal mit „einer Flut aus schwarzem Stahl“ ausgetragen werden.
In Folge derer aber, während die Handlung mit Tempo weiterläuft, auch ein Blick in die Verfassung der angegriffenen Kultur schrittweise erfolgt.

Ein Reich, das von Zwei „Schwesterköniginnen“ regiert wird, und in dem auch nicht alles zum Besten steht, dass sich aber zunächst gegen die schwer zu fassende Bedrohung von außen zusammenschließt.

Ein Zusammenschluss, der von Beginn an gefährdet ist.
Was Ryan sehr gut personifiziert, indem er ein „gegeneinander“ arbeitendes Geschwisterpaar, Bruder und Schwester, in den Mittelpunkt der Ereignisse stellt.

Thera, erste Dienerin der Königinnen, die den Auftrag erhält, herauszufinden, wer denn da warum angreift und wo die Schwachpunkte der Angreifer liegen könnten.
Während ihr Bruder, strategisch und durchaus gewitzt, versucht, in der Rangfolge im Reich nach oben zu gelangen. Gegen seine Schwester.

Beide haben von Beginn. An ein feindliches Verhältnis.
Woran Ryan prägnant spiegelt, was auch die reale Gegenwart ausmacht. Das Gegeneinander derer, die versuchen, der Probleme Herr zu werden und jener, die aus den Problemen nur auf sich bezogen versuchen, größtmöglichen Gewinn zu ziehen.

Die Sympathien beim Leser werden dabei eindeutig verteilt natürlich.

Um dann die Ergänzung durch eine Prise Magie oder „Avenger“, wenn weitere Personen dazustoßen, von denen eine besondere, gewaltige, aber nicht wirklich zu beherrschende Kraft und Macht in sich trägt. Die noch bitter benötigt werden wird.

Alles in allem ein packendes, düsteres, teils hartes Werk, das das menschlich-allzu menschliche nicht ausklammert, Intrigen und Verrat mit einbaut und auch Kämpfe plastisch und mitreißend zu schildern versteht.

Rezensent: Michael Lehmann-Pape
Autor: Ryan, A.
Titel: Flut aus schwarzem Stahl
Verlag: Klett-Cotta 2026
ISBN: 9783608966411

M.Lehmann-Pape 20206

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