
Elfi Meyer zu Broxten – Toxische Schwiegerbeziehungen
Solange es Familien gibt….ist es nicht immer einfach
Wenn die Töchter oder Söhne „in Beziehungen“ gehen und damit ihr Leben vollständig unter die eigenen Füße nehmen, dann kommt nicht nur eine weitere Person in das bekannte eigene Familienmodell dazu, sondern es ergibt sich eine existenzielle Veränderung der eigenen Familienstruktur.
Und das in nicht wenigen Fällen zumindest mit Eingewöhnungsschwierigkeiten, wenn nicht gar mit substantiellen, unter Umständen dauerhaften Reibungen.
Dieses Geschehen ist so alt, wie es Familien und Familienstrukturen gibt. Somit betrachtet Elfi Meyer zu Broxten beileibe nichts Neues, wohl aber bietet sie für manch schwierige Konstellationen eine sachliche, klare Einschätzung und einen konstruktiven Ausblick.
Und durch ihren professionellen Blick vor allem eine Klarheit, was denn (allseits) zu tun wäre, um das alles zu entkrampfen und in ein so gut als mögliches Miteinander zu überführen.
Mithin, wie die „Konkurrenz“ um den eigenen Prinzen, die eigene Prinzessin, das Ringen um die „Macht“ im Familienverbund reflektiert werden kann (und muss).
Emotionale Kühle, kritische Bemerkungen, Ignoranz den „Neuen“ gegenüber, aber auch Eifersucht, Selbstzweifel und andere Reitpunkte beruhen ja zunächst auf einer verengten Sicht. Nämlich all das, was noch fremde Menschen einbringen, als „persönlich“ gemeint direkt zu verstehen. Und nicht zu realisieren, dass zunächst einfach ändere Prägungen, vielleicht auch Werte, neu im Raum stehen.
Denen man auch mit Neugier und einem Verstehen wollen begegnen könnte als Grundhaltung, statt mit Misstrauen und Abwehr.
Ehen „zu dritt“ (oder viert) funktionieren aber schlicht nicht und haben dies noch nie.
Wobei, auch das ist eine wichtige Erkenntnis, die im Eifer der Gefechte um Rangstreit, festverwurzelte eigene Familientraditionen oder Kühle verbunden mit verletzenden Bemerkungen meist aufgrund eigener emotionaler Befangenheit deutlich zu kurz kommen.
Im Kern ist es immer das konkrete „Kind“, das für sich und seinen, ihre Partner, Partnerin die „Vermittlung“ dahingehend übernimmt, eindeutig für Partner und Partnerinnen einzustehen und, aufgrund des ja eigenen „internen“ Wissens um die eigenen Eltern, für dieses Einstehen Ort und Form der Ansprache finden kann, den neuen Rahmen eindeutig, aber sensibel, zu stecken.
Dazu dient in guter Weise der zweite und letzte Teil des vorliegenden Buches.
Neben den Herleitungen, Analysen und Klarstellungen der Beziehungsklippen legt Meyer zu Broxten übersichtliche, thematisch klar geordnete „Übungen“ vor für alle Beteiligten, die dazu verhelfen, die Motive des eigenen Verhaltens, mögliche Fremdheit bei den neuen Partnern und Partnerinnen und die gesamte Situation zu reflektieren und sich selbst in konstruktiver Weise für sich und die anderen neu zu positionieren.
Eine hilfreiche Lektüre für ein altes, grundlegendes, am Ende auch verständliches Problem bei Veränderungen in der eigenen Familienlandschaft
Rezensent: Michael Lehmann-Pape
Autor: Meyer zu Broxten, E.
Titel: Toxische Schwiegerbeziehungen
Verlag: V&R 2026
ISBN: 9783525409039
M.Lehmann-Pape 2026


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