Harald Lesch, Alex Kleidon – Die Natur ist kein Parteimitglied
Gegen die ständige „Erzählung“ der Natur ungemäßer Lösungsmöglichkeiten
Die eine Seite ist die Seite der Politiker, Wirtschaftslenker, Lobbyisten und, mit Verlaub Ignoranten.
Die das Blaue vom Himmel versprechen, die mit Scheuklappen auf „technischen Fortschritt“ und ein „weiter so“ von Wachstum und materieller Vermehrung setzen.
Und dahinter dich nur persönliche und subjektive „Weltsichten“ immer wieder mit Gewalt passend machen, rein interessengeleitet (Erhaltung der Macht, Mehrung materieller Reichtümer oder schlichtweg die eigenen (nicht faktengestützte) Weltsicht wie eine Monstranz aggressiv vor sich hertragen) vorgehen.
Wie aktuell auch in Deutschland Lösungen in gesetzesform rasant präsentiert werden und im Eilschritt ohne Konsens und Gründlichkeit „durgepeitscht“ werden sollen.
Was aktuell als „mangelndes Handwerk“ zu Recht bewertet wird.
Denn auch gute Handwerk ist faktisch überprüfbar!
Wie wahlweise gesellschaftliche Gruppen (vornehmlich jene ohne Einfluss) als „Schuldige“ diskreditiert durchs Dorf getrieben werden (Arme, Migranten, Kranke, „Faule“ oder als „Umweltspinner“ diskreditierte mahnende Stimmen), das ist schon erschreckend.
Und auch wenn man sieht, das reine Klientelpolitik betrieben wird, sieht, wie mit Gewalt eine „alte Welt“ durchgesetzt werden soll (für die jene dann den Preis zu zahlen haben, denen die letzten Mittel noch genommen werden sollen).
Und auch wenn man ahnt, dass dies alles zum Vorteil Weniger geschieht (Das Vermögen der gut gestellten Teile der Gesellschaft ist in den letzten Krisenjahren stark oben hin „explodiert“ und in der Breite natürlich deutlich geschrumpft), die Schraube dreht sich weiter und weiter genau in diese Richtung.
Da tut es schlichtweg bereits einfach gut, mal ein schmales Buch in der Hand zu halten, dessen Autoren nicht in „populistische“ linke oder rechter Hörner blasen, sondern kühl naturwissenschaftliche Fakten wie vor Augen stellen.
Mit einer klaren Wegweisung:
„Die Natur kennt nur das große Ganze, denn sie ist das große Ganze“.
Also genau das, was scheinbar inzwischen völlig aus dem Blick der politischen und wirtschaftlichen Weichenstellungen geraten ist (und dennoch am Ende die Entwicklung des großen Ganzen bestimmen wird!).
„Die Natur ist nicht ideologisch. Nicht parteiisch“.
Nicht instrumental so verfasst, Fakten „passend“ den eigenen Interessen oder dem eigenen Glauben mit jeder Menge subjektiver Filter versehen zu folgen.
„Die Gesetze der Natur werden nicht verhandelt, sondern berechnet und gemessen….sie und nur sie setzt die Fakten und damit die Gesetzte“.
Und das in mathematischer, nicht in rhetorisch geschliffener (und damit immer auch manipulativer) Form.
Und wesentlich für die Natur ist „Energie“.
Da geht es nicht um Interessen fossiler Industrien und deren verlängerten Armen an den Schaltstellen politischer Macht. Nicht um „Mehrung des Wohlstands“ für jene, die man meint, sich für Wahlen (oder als brave Konsumenten geneigt halten zu müssen).
Und dennoch bestimmt die Natur am Ende den Preis für das, was entschieden wird.
Bis dahin, dass ohne „Energie“ und ohne Natur gar nichts mehr sein wird.
Doch wer nur kurzfristig sich selbst bewahren und seinen einzelnen Reichtum mehr will, kann das Langfristige natürlich kaum mehr im Blick haben.
Aber die Fakten bleiben. Menschen können nur entscheiden, auf deren Basis zu denken und zu entscheiden oder eben die Folgen zu tragen.
„Das Problem ist nicht die Physik. Sondern die gewaltige wirtschaftliche Macht, die hinter den fossilen Brennstoffen (und der Inanspruchnahme aller Energie für sich selbst) steht“.
Nicht einfach verfasst, aber absolut lesenswert.
Rezensent: Michael Lehmann-Pape
Autor: Lesch, H., Kleidon A.
Titel: Die Natur ist kein Parteimitglied
Verlag: C.Bertelsmann 2026
ISBN: 9783570106198
M.Lehmann-Pape 20https://rezensionsseite.de/26


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