Horst Eckert - Die Praktikantin - Thriller - Hyne Verlag

Horst Eckert – Die Praktikantin – Rezension

Horst Eckert - Die Praktikantin - Thriller - Hyne Verlag

Horst Eckert – Die Praktikantin

Mit Tempo und einer Reihe hochaktueller Themen



Einen „Rundum-Blick“ wirft Horst Eckert mit seinem neuen Thriller durchaus. Vom Krieg in der Ukraine (und manchem, was dabei „unter der Decke“ gehalten werden könnte).
Über die Veränderung der Medienschaffenden, vor allem der altehrwürdigen „Print-Welt“ bis hin zur KI im Arbeitsalltag.
Und ebenso wirft der Thriller ein Licht auf geheimdienstliche Momente, die nicht nur von russischen Übergriffen gegen unliebsame „Whistleblower“ zu berichten wissen.

Was am Ende der Lektüre durchaus alles auch im Großen und Ganzen zusammenpasst.
Nicht ohne aber doch die Fantasie bei manchen „Vorbedingungen“ doch recht großzügig auszureizen.

Das eine Praktikantin, für die noch nicht mal ein Empfang bei der „Morgenpost“ vorbereitet ist in gefühlter Sekundenschnelle aufgrund einer kleinen Meldung, die real wohl keine Beachtung gefunden hätte, mitten hineingleitet in ein Wespennest von Gefahr, Verfolgung, Strategien hinter den Kulissen bis hin zu Anschlägen auf offener Straße, das ist doch weit hergeholt.

Wie auch andere Szenen, wenn ein Jan Koller, erfahrener politischer Star-Journalist in eine Falle geht, die ihn wie einen blutigen Anfänger aussehen lassen wird, solche Stellen und Konstrukte stören für den Moment tatsächlich den Lesefluss.

Was Eckert aber immer wieder einfängt und am Ende Carla Bergmann als Praktikantin „mit Vergangenheit“ mit jenem Jan Koller eng zusammenführt und gemeinsam eine Recherche (auch dies natürlich für jede Praktikantin reines Wunschdenken) vonstatten geht, die mit harten Bandagen und diffusen politischen Mächtigen an den Nerven zehrt.

Das, worum es eigentlich geht (und was von allen Seiten versucht wird, zu vertuschen, um jeden Preis), das ist dann allerdings zum Ende hin eine gelungene Überraschung Eckerts.

Die im ersten Reflex vielleicht als „Science-Fiction“ ungläubig betrachtet wird, aber bei etwas Überlegen im Blick auf den Zustand der Welt, der politisch und wirtschaftlich Mächtigen und dem, was an sich schon technisch möglich erscheint, Lesern und Leserinnen vielleicht immer wenig abwegig vorkommen mag.

Eine spannende Recherche, sympathische und doch auch mit Kanten versehene Protagonisten, die Arroganz der Macht und die verdeckten Ziele der Mächtigen bindet Eckert temporeich zusammen.

So dass am Ende eine sehr unterhaltsame Lektüre im Raum steht, die auch nachdenklich macht über die Richtung, in der sich alle Bereiche des Lebens in rasender Geschwindigkeit hinzuentwickeln scheinen.

Rezensent: Michael Lehmann-Pape
Autor: Eckert, H.
Titel: Die Praktikantin
Verlag: Heyne 2026
ISBN: 9783453553259

M.Lehmann-Pape 2026https://rezensionsseite.de/

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