Klaus Brinkbäumer – Der amerikanische Albtraum
Gründliche (und erschreckende) „Tiefendarstellung“
Klaus Brinkbäumer – Der amerikanische Albtraum
Gründliche (und erschreckende) „Tiefendarstellung“
Man sieht es ja. Und weiß es ja. Und hat in dutzenden Talk-Shows oder Kommentaren eine gute Unterfütterung der eigenen Wahrnehmung ja erhalten.
Im Amerika unter Donald Trump kommt es zu fundamentalen Brüchen mit Traditionen und der, lange Zeit, vorherrschenden liberalen bis libertären demokratischen Grundverfassung des Staates.
Begleitet von einer ganz offenkundigen, in gewisser Weise jedwedes „Gemeinwohl“ oder jedwede, und sei es auch nur vordergründigen „Sorge um die Menschen“ breit ignorierende „Herrschaft des Geldes“ und eines „Primats des persönlichen Gewinns“.
Wier sehr all dies aber bereits in vergangenen Zeiten angelegt war und sich immer temporeicher entfaltend darstellt, wie offenkundig und ohne jede Verbrämung jene „Multi-Reichen ein „Eliten-Denken“ in sich tragen.
Und mit welcher Wucht ein vorliegender, vorher einsehbarer und strategisch ausgearbeiteter Plan hier abgearbeitet wird.
Wie das „Filling with Shit“ in rasantem Tempo alle auf Gründlichkeit ausgerichteten Institutionen mit Plan und Strategie aushebelt, das stellt Brinkbäumer als profunder Kenner des Landes sehr differenziert, sehr klar und argumentativ überzeugend nun in der Tiefe dar.
Falls Argumente und differenzierte Betrachtung noch angenommen und gewünscht werden. Was ja auch nicht mehr überall vorliegt. Und auch das mit Strategie, denn am Ende muss man als Leser ja konstatieren, dass die Folgen, die sich zwingend aus all dem Ergeben, nicht das sein können, was eine breite Masse sich für die Zukunft wünschen könnte.
Und, auch das leistet das Buch, ohne explizit weltweit noch ebenso differenzier zu schauen, aber dennoch hier und da das Konkrete in Amerika in das Allgemeine der überall sich verankernden „neuen Bewegungen“, die landläufig als „rechts“ bezeichnet werden)oder als „populistisch“ oder ähnlich) zu überführen.
Das „nach unten getreten wird“ und des dabei egal ist, ob es vermeintlich „Faule“, „Arme“ „Woke“ oder eben „Migranten“ trifft, dass bis dato geltende Grundrechte ignoriert und (zumindest für das äußere Bild) bis dato geltende „Go´s“ und „No-Go´s“ einfach kommentarlos ignoriert werden, dass öffnet durchaus noch einmal tiefer und anders die Augen bei der Lektüre.
„Was darauf folgt, ist nicht Argumentation, denn das würde nicht gut gehen, weil die Fakten die Thesen nicht hergeben“.
Das ist eines, wenn nicht das Grundübel jener neuen, durchaus weltweit aufkommenden Denkweisen.
Mit der verbleibenden Frage, warum so viel, „Massen“ sich diesem Taumel wie religiöse Jünger und Jüngerinnen von Sekten kritiklos anschließen und mit scheinbar gehöriger Wut „Gefühlen“ freien Lauf lassen (und das nun wohl ungestraft auch einfach dürfen, ja, gewollt „aufgeputscht“ werden).
Wie dazu Kompetenz durch Hörigkeit ersetzt wird in leitenden Positionen, die „Gewalten“ der Gesellschaften, die eine Balance gewährleisten sollten, ausgehebelt und bekämpft werden (und das dermaßen offenkundig, stillos und egoman, dass es eigentlich keinem denkenden Wesen entgehen kann), das stellt Brinkbäumer Seite für Seite, sachlich, aber mit erkennbarer persönlicher Sorge, vor die Augen von Lesern und Leserinnen.
Was vor allem darin bedenklich mit stimmt, wie offenkundig und ohne einen Hehl aus den persönlichen Zielen zu machen all dies unterstützt wird.
„Ich bin ein wunderschönes Kaufhaus, und jeder will bei mir einkaufen“ (D.Trump)
Was also tun und wie sich verhalten angesichts einer „Flexokratie“, die sich weltweit vernetzt und Skrupel nicht mehr kennt, weil man sich als „Elite“ außerhalb allgemeiner Beurteilung sieht?
Einer „Herrschaft durch schiere Machtdemonstration“, die nicht nur die Regeln und Erkenntnisse der regelbasierten Ordnung liberaler Demokratien, sondern am Ende der gesamten Aufklärung einfach kommentarlos beiseiteschieben?
Wenn ganz offen und laut „umverteilt“ wird dahin, wo Reichtum in Massen bereits vorhanden ist und „die Schwachen“ nicht mehr schützenswert erschienen, sondern als „Feind“ deklariert werden und am Ende einfach egal sind?
Brinkbäumer gibt kein Programm, keine einfache Lösung an die Hand. Das aber sollte dann jeder und jede selber nachlesen.
Rezensent: Michael Lehmann-Pape
Autor: Brinkbäumer, K.
Titel: Der amerikanische Albtraum
Verlag: S.Fischer 2026
ISBN: 9783103977332
M.Lehmann-Pape 2026https://rezensionsseite.de/
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