Montgomery tee, Tod und die versiegelte Tür Kriminalroman Piper Verlag

Ross Montgomery – Tee, Tod und die versiegelte Tür

Montgomery tee, Tod und die versiegelte Tür Kriminalroman Piper Verlag

Ross Montgomery – Tee, Tod und die versiegelte Tür

Atmosphärisch gelungen, anregendes Ermittlerduo und rätselhaft

Ross Montgomemry legt einen, von Beginn an, interessanten und in seiner speziellen „Kometen“ Atmosphäre anregend zu lesendem Kriminalroman vor, der die Atmosphäre auf dem Herrensitz im England des Jahres 1910 wunderbar in den Raum der Seiten setzt.

Auch die beiden Hauptpersonen, das ungleiche Ermittlerduo Stephen und Lady Decima macht einfach Freude beim. Verfolgen der persönlichen. Marotten und der, zuerst verwirrenden, dann aber immer dezidierter und kluger werdenden Ermittlungen.

Stephen, im Leben ziemlich weit unten angekommen und mit seinen letzten Geldmitteln auf „Tithe-Hall“ angelangt, hat zunächst einfach eins, ständigen inneren und äußeren Stress.

Seine Vergangenheit empfiehlt ihn leider gar nicht für eine Stelle als Hausdiener. Die aber seine letzte Chance ist, er wüste noch nicht einmal, wie er aus „Worlds End“, der fiktiven Halbinsel, auf der der Roman spielt, wieder zurückkehren könnte. Und auch nicht, wohin er da genau zurückkehren würde.

Denn eigentlich steht er vor „verschlossenen Türen“. Niemand soll das Gebäude betreten oder verlassen, alle Fenster und Türen werden gerade verrammelt.

Der Viscount von Worlds End sieht das Ende der Welt, den Untergang kommend. Denn in wenigen Stunden wird der Halleysche Komet hautnah an der Erde vorbeifliegen. In den Augen des Viscount nicht, ohne dass der Planet herben Schaden erleiden wird.

Da mag Stephen zunächst aufatmen, dass die Tante des Viscount, jene Decima, einen hohen Verschleiß an „Betreuungspersonal“ hat, der Butler des Hauses die Rettung nur noch in einem männlichen und stabilen Bediensteten sieht und so Stephen am Ende doch die Stelle verschafft.

Der nervlich aufgelöst nun in Windeseile die Dienstbotentreppen zu erkunden hat, die Verhaltensregeln (alles erledigen, aber strikt unsichtbar bleiben) und die Bewohner des Hauses kennenlernen muss.

Doch ob das alles so ein Glück für ihn war?

Denn der Komet wird die Erde nicht aus der Bahn werfen, wohl aber erleidet der Viscount ein tödliches Erleben. Und wer, wenn nicht der unbekannte Neue könnte denn der Mörder sein.

Stephan weiß somit nach nur wenigen Stunden und einer Nacht nur eins: Wenn es ihm nicht gelingt, zu klären, was oder wer für den Tod des Viscount verantwortlich ist, dann wird selbst er kein großes weiteres Leben mehr erleben.

Aber er steht nicht allein! Lady Decima hat ein Faible für die moderne Wissenschaft (vielleicht aber auch nur für eine ordentliche Abwechslung im Alltag des Landhauses) und geht mit Stephen gemeinsam den Ereignissen nach.

„Man hatte gerade auf mich eingestochen“!
„Wo“?
„Im Billardzimmer“!
„Ich meinte, wo an Deinem Körper“.

Solche und andere Missverständnisse, bis hin zu Decimas trockener Ironie und Durchsetzungskraft sorgen für eine vergnügliche Lektüre.

Einerseits. 

Während die Ermittlungen selbst, die Gefahr, in die Ermittler selber geraten, als sie der Lösung zu nahe kommen mitsamt der überraschenden Wendung zum Ende hin durchaus Spannung erzeugen.

Eine empfehlenswerte Lektüre.

Rezensent: Michael Lehmann-Pape
Autor: Montgomery, R.
Titel:  Tee, Tod und die versiegelte Tür
Verlag: Piper 2025
ISBN: 9783492066587

M. Lehmann-Pape 2026


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